
In einem Straußenbetrieb traten unerklärliche, durch direkte tiermedizinische Behandlung nicht beeinflussbare Todesfälle auf. Die in der Pathologie untersuchten Tiere waren hochgradig anämisch (blutarm) und zeigten eine ausgeprägte Bauchwassersucht. Bei der Beurteilung des Drüsenmagens ließen sich massenhaft rotgefärbte Drahtwürmer (Libyostrongylus douglassii) nachweisen. Ihre parasitäre Lebensweise in der Magenschleimhaut (Blutentzug) schädigt den Wirt so stark, dass dieser an den Folgen einer Anämie (Blutarmut) verendet. Dieser Parasit wurde erstmals in Süddeutschland nachgewiesen und stellt aufgrund seiner extrem hohen Überlebensfähigkeit in der Umwelt eine nicht zu unterschätzende Gefährdung für straußenhaltende Betriebe dar. Ein positiver Nachweis in einem Bestand bedeutet neben einem konsequenten Entwurmungsregime eine Vermeidung des Austrags von Parasitenstadien in die Ausläufe, wo sie über viele Monate hinweg zukünftige Straußenherden gefährden können.
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