Staphylococcus aureus (St. aureus) gilt als sogenannter euterassoziierter Erreger. Dies bedeutet, dass Infektionen mit diesem Keim hauptsächlich beim Melken stattfinden. So kann die Übertragung auf gesunde Euterviertel mit dem Melkzeug, mit Melkerhänden oder durch Reinigungstücher erfolgen. Dabei scheint die Besiedlung des Strichkanals einer Infektion des milchbildenden Gewebes vorauszugehen.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung von St.-aureus-Infektionen in einer Herde ist deshalb die Verminderung des Keimdrucks im Melkbereich. Neben der allgemeinen Melkhygiene (Hände reinigen/desinfizieren) erscheint die Zwischendesinfektion der Melkzeuge ein vielversprechender Ansatz.
So wurde in einer Milchvieherde mit durchschnittlich 220 gemolkenen Kühen eine automatische Desinfektion der Melkzeuge nach jeder gemolkenen Kuh im Hinblick auf eine Reduktion der Keimzahlen von St. aureus (St. aureus-Prävalenz) erprobt. Um äußere Einflüsse auf zytobakteriologische Einzelbefunde, sowie auf die Gesamtzellzahl der Herde weitestgehend auszuschließen, wurden für die Dauer des Versuchs lediglich zwei von vier Melkbechern pro Melkzeug automatisch mit einem Wasser-Druckluft-Gemisch behandelt. Dabei erfolgte die eigentliche Desinfektion durch automatische Zudosierung von Peressigsäure in einer Konzentration von 1000 ppm. Nach Abschluss des Versuchs wurden Viertelgemelksproben vergleichend zytologisch (Zellzahlbestimmung) und bakteriologisch (Keimartbestimmung) untersucht. Dabei zeigte sich, dass
Aufgrund der durchgeführten Untersuchungen wird davon ausgegangen, dass das Mastitis-Risiko in einer Herde allein durch die Zwischendesinfektion von Melkzeugen um den Faktor 2,5 verringert werden kann. Diese Maßnahme stellt somit ein effektives Instrument zur Reduktion der Neuinfektionen in einem Bestand mit St. aureus dar und kann damit einen wichtigen Beitrag bei der Sanierung von Herden mit euterassoziierten Leitkeimen leisten.
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