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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Salmonellennachweise bei Tauben

Bei Haustauben werden als Erkrankungssursachen in 5−20% der Fälle Salmonellosen des sog. Taubentyps (S. Typhimurium var. copenhagen) nachgewiesen. Die Bekämpfung besteht in konsequenter Haltungshygiene in Verbindung mit gezielter antibiotischer Behandlung, prophylaktischen Impfungen und dem Entfernen chronisch kranker Tiere.

Die häufigste und verlustreichste Infektionskrankheit, die bei Tauben aller Rassen und allen Alterstufen auftritt, wird von Bakterien der Gattung Salmonella hervorgerufen. Zu unterscheiden ist zwischen der klinisch manifesten Erkrankung, der eigentlichen Salmonellose, die erstmals 1895 von MOORE in den USA als Paratyphus der Tauben beschrieben wurde, und der latenten Form ohne erkennbare Krankheitsanzeichen. Der erste Hinweis im deutschen Schrifttum stammt von ZINGLE 1914, der die Erkrankung in der Militärtaubenstelle Strassburg nachgewiesen hat.

In nahezu allen Statistiken über Krankheits- bzw. Todesursachen bei Haustauben stehen die Salmonella-Infektionen an der Spitze, wo sie − je nach Untersuchungsmaterial − etwa 5−20% aller Erkrankungsfälle ausmachen. Der dabei am häufigsten festgestellte Salmonellentyp ist eine Variante von S. typhimurium. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass ihr ein bestimmtes Antigen fehlt, weshalb sie auch als Minusvariante bezeichnet oder nach dem Vorschlag von KAUFMANN, 1934 Salmonella typhimurium var. copenhagen oder einfach „Taubentyp” genannt wird. Der Taubentyp macht mehr als 95% aller bei Tauben isolierten Salmonellen aus. Die Infektion erfolgt in der Regel durch die Aufnahme von infiziertem Futter oder Trinkwasser. Auch aerogene Infektionen über erregerhaltigen Staub in Schlägen oder im Kabinenexpress bei Brieftauben sind möglich. Kranke Elterntiere können über die Eier die Erkrankung an die nächste Generation weitergeben, was tote bzw. lebensschwache Küken zur Folge hat.

Salmonellennachweise bei Tauben im Zeitraum 1995−2003
Jahr Probenzahl Salmonellen-Isolate bei Tauben, davon Anteil positiver Proben
(Tierkörper, Kotproben) S. typhimurium var. copenhagen Sonstige Salmonellen
1995 186 13 6,99 %
1996 243 9 3,7 %
1997 253 5 1,97 %
1998 232 2 0,86 %
1999 274 5 1,83 %
2000 121 5 1 (S. typhimurium) 4,96 %
2001 66 6 9,09 %
2002 69 7 10,14 %
2003 59 5 8,47 %
Insgesamt: 1501 57 1 Ø 3,86 %
anteilig: 98,27 % 1,72 %

Die Behandlung infizierter Tiere gestaltet sich schwierig. Auch die gezielte Behandlung mit Antibiotika führt nur zum Abklingen der Krankheitssymptome, nicht jedoch zum Freisein von den Krankheitserregern. Wichtigste Bekämpfungsmaßnahme ist die konsequente Haltungshygiene, die zum Ziel haben muss, die Tiere von ihren Ausscheidungen zu trennen. Anzustreben bleibt eine dauernde tierärztliche Überwachung des Beständes mit regelmäßigen bakteriologischen und parasitologischen Kotuntersuchungen, das Entfernen von chronisch kranken Tieren aus dem Bestand sowie die präventive Impfung der Jungtauben mit Lebendimpfstoffen. Auch Alttauben können vor Flugveranstaltungen sowie vor der Paarung mit Lebendimpfstoff geboostert werden.

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