
In den vergangenen beiden Jahren häuften sich Einsendungen von verendeten Schweinen mit einer bis dahin unbekannten Symptomatik, die der Schweinepest zum Verwechseln ähnlich sah. Die Erkrankung manifestierte sich in multiplen punktförmigen (petechialen) bis flächenhaften rundlichen Hautblutungen, in deren Zentrum bereits Gewebszerfall (Nekrose) erkennbar war (Abb. 1). Ein ebenso konstant anzutreffender Befund waren zahllose punktförmigen Blutungen insbesondere in der Nierenrinde (Abb. 2). Dieses Krankheitsbild ist beschrieben als Porcines Dermatitis Nephropathie Syndrom (PDNS) und wird charakterisiert durch die aufgeführten Veränderungen.
Als ursächliches Agens für die Entstehung dieser Erkrankung wird eine Infektion mit porcinem Circovirus Typ 2 angesehen. Neben dem PDNS werden porcine Circoviren auch bei interstitiellen nichteitrigen Pneumonien und unspezifischen Enteritiden ursächlich mit den vorliegenden Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Gerade in der ersten Zeit des Auftretens war die sichere Abgrenzung des PDNS von der europäischen Schweinepest nur möglich durch eine ergänzende virologische Untersuchung von Organen oder aber durch die serologische Untersuchung von Blutproben weiterer Tiere der Herkunftsbestände.
Zwischenzeitlich ist es jedoch gelungen, auch in unserem Haus eine schnelle und zuverlässige Diagnostik der porcinen Circovirusinfektion zu etablieren. So kann Porcines Circovirus Typ-2 jetzt innerhalb weniger Stunden molekularbiologisch mittels Polymerasenkettenreaktion (PCR) in Geweben von Schweinen (Tonsillen, Lymphknoten) nachgewiesen werden. Der überwiegende Anteil unserer Schweinepopulation ist derzeit als durchseucht mit porcinem Circovirus anzusehen. Da die Symptome dieser Erkrankungen mit denen der Schweinepest nahezu identisch sein können, ist beim Erstellen von Diagnosen besonnenes Handeln unter Berücksichtigung der verschiedenen epidemiologischen Gegebenheiten unabdingbar.
©2003−2005 CVUA KA
Impressum •
Untersuchungsämter BW
•