Zur Überprüfung der deklarierten Kennzahlen des Lichtschutzfaktors (LSF, UV-B-Schutz) und des Schutzes vor UV-A-Strahlen von Sonnenschutzprodukten stehen den Laboratorien der amtlichen Überwachung kosmetischer Mittel die klassischen Methoden der in-vivo-Messungen an Probanden nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde im CVUA Karlsruhe auf der Basis von in jüngster Zeit veröffentlichten in-vitro-Methoden (Literatur 1-3) ein Prüfverfahren entwickelt, das schnell und zuverlässig Auskunft über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln im UV-A/B-Bereich bietet. Hierzu wird die Probe mit einem nichtionischen Emulgator homogenisiert. Von der Mischung wird eine definierte Schichtdicke von 15 µm mit Hilfe eines Filmzieh-Applikators auf einen glatten Quarz-Objektträger aufgetragen. Die Probe wird mit einem Zweistrahl-Spektralphotometer mit Integrationskugel durch Messung der diffusen Transmission im UV-A/B-Bereich analysiert. Die Methode liefert gut reproduzierbare Ergebnisse; die Daten bieten wichtige Hinweise über die Güte des UV-A-Schutzes und des Lichtschutzfaktors.
Das UV-A/B-Verhältnis ist eine relative Methode, die den gesamten UV-A/B-Bereich (320-400 nm und 290-320 nm) berücksichtigt und das Verhältnis von UV-A zu UV-B-Absorption nach Integration und Normierung der Absorptionskurven charakterisiert. Allerdings fehlt bei dieser Kenngröße eine Aussage über die Bandbreite der UV-A-Filter im langwelligen Bereich. Diese Information bietet die kritische Wellenlänge als die größte langwellige UV-A-Wellenlänge eines 90-prozentigen Absorptionsintegrals von 290 bis 400 nm.
Abb. 1: Darstellung des UV A/B-Verhältnisses, Gesamtfläche von 290 bis 400 nm
Abb. 2: Darstellung der kritischen Wellenlänge, Ermittlung der kritischen Wellenlänge über 90% der Gesamtfläche (hier: 362 nm).
Unter diffuser Transmission versteht man die spektralphotometrische Transmissionsmessung streuender fester und flüssiger Proben mit Hilfe einer Integrationskugel. Hierbei wird die Probe auf einen Quarzobjektträger in einer definierten Schichtdicke ausgestrichen und dicht mit der Eingangsöffnung der Integrationskugel verbunden. Die Kugel ist im Inneren mit Spektralon® belegt, einem teflonartigen Kunststoff mit sehr hohem Reflexionsvermögen über einen weiten Spektralbereich. Sämtliche durch die Probe diffus einfallenden Strahlen des UV-Spektrums zwischen 280 und 400 nm werden in der Kugel durch vielfache Reflektionen an Spektralon® gezielt fokussiert und gelangen über den Kugelausgang in den Empfänger des Spektralphotometers. Es resultiert ein nichtlinearer funktioneller Zusammenhang von Probenextinktion und Messsignal.
Literatur: V. Wendel, E. Klette, H. Gers-Barlag, SÖFW-Journal 127 (2001), 13
Abb. 3: Filmziehapplikator
Abb. 4: Integrationskugel
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