Frische Muscheln können leicht austrocknen. Sie sind frost- und wärmeempfindlich. Durch kühle und feuchte Lagerung wird das Absterben der Muscheln hinausgezögert. Traditionell werden Miesmuscheln in Jutesäcken angeboten. Um im Einzelhandel frische verpackte Miesmuscheln anbieten zu können, kommen lebende Muscheln heute zunehmend in geruchs- und tropfdichten Kunststoffverpackungen unter Schutzgas in den Handel. Als Schutzgas werden Mischungen aus Sauerstoff und Kohlendioxid eingesetzt. In den Verpackungen hält der hohe Sauerstoffanteil der Schutzgas-Atmosphäre die Muscheln am Leben. Sie sollen dabei in eine Art Schlafzustand verfallen und deshalb ihre Schalen leicht öffnen.
Lebende Miesmuscheln in Schale sind sauber gewaschen und geschlossen. Geöffnete Schalen müssen sich auf Schlag weitgehend schließen. Mit dem Frischezustand der Miesmuscheln korreliert die Kontraktion des Schließmuskels auf mechanische Reize. Bei einer leicht geöffneten intakten frischen Muschel zieht sich der Schließmuskel nach leichtem Schlagen auf die Schale zusammen. Die Muschel schließt sich.
Bei Miesmuscheln aus Schutzgasverpackungen tritt wegen der Wirkung des Schutzgases nach dem Öffnen zunächst nur eine verzögerte Klopfreaktion auf. Erst nach einiger Zeit stellt sich die volle Reaktionsfähigkeit der Muscheln wieder ein und eine Frischebeurteilung mit dem Schlagtest kann durchgeführt werden.
Die Hersteller weisen durch entsprechende Angaben auf der Packung auf diesen Zusammenhang hin.
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