Anfang Juni 2005 informierte Spanien die anderen Mitgliedstaaten über das Schnellwarnsystem der Europäischen Union, dass im Rahmen einer Polizeiaktion ein internationales Netzwerk für die Herstellung und den Vertrieb von illegalen Substanzen zur Rindermast aufgedeckt wurde. In Spanien, Belgien und Holland wurden mehrere Personen verhaftet und mehrere Tonnen der illegalen Substanzen beschlagnahmt. Bei den Stoffen soll es sich um Dexamethason, andere Corticosteroide und einen neuen β-Agonisten handeln.
Die Anwendung von Dexamethason oder β-Agonisten als Futtermittelzusatzstoffe oder als Arzneimittel zu Mastzwecken ist in der EU verboten. Erste Untersuchungen in Rindermastbetrieben von Belgien und Holland erbrachten positive Befunde auf Dexamethason.
Bei den Ermittlungen in Spanien ergaben sich Hinweise, dass der Vertrieb dieser Substanzen nur in Frankreich, Belgien und Holland erfolgte bzw. geplant war. Über einen möglichen Vertrieb nach Deutschland lagen keine Informationen vor. Trotzdem wurden in einer raschen Sonderaktion in ganz Baden-Württemberg 80 Schlachtproben (Leber/Urin) und 52 Betriebe (Futtermittel/Urin) auf Rückstände dieser illegallen Masthilfsmittel untersucht. Erfreulicherweise ließen sich in keiner Probe Rückstände nachweisen.
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