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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Tetracyclinbefunde bei Ferkeln

Im CVUA Karlsruhe werden im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollprogrammes auch regelmäßig Stichproben von geschlachteten Ferkeln (sog. Spanferkeln) auf Antibiotikarückstände untersucht. 2005 waren in allen untersuchten Ferkelproben Tetracyclinrückstände nachweisbar.

75% der bei Tieren eingesetzten Antibiotika gehören zur Gruppe der Tetracycline. Tetracycline gehören zu den Breitspektrumantibiotika und werden trotz teilweise schlechter Resistenzsituation gegen Krankheitserreger bei sehr vielen Infektionskrankheiten angewendet. Sie sind wasserlöslich und lassen sich relativ leicht ins Futter einmischen, sodass sie neben einer Einzeltierbehandlung durch Injektionen sehr häufig als Bestandsbehandlung über das Futter oder Trinkwasser eingesetzt werden.

Da Tetracycline mit Calcium schwerlösliche Chelatverbindungen bilden und sich diese besonders während der Wachstumsphase in Knochen und Zähnen einlagern, besteht für den Verbraucher eine besondere Gefährdung. Jugendliche, Kinder und auch schon Babys vor der Geburt sind durch generelle Wachstumsstörungen und erhöhte Kariesanfälligkeit der Zähne besonders gefährdet. In der Humanmedizin ist eine therapeutische Anwendung der Tetracycline bei diesem Personenkreis kontraindiziert.

Im CVUA Karlsruhe sind wiederholt Proben von Schlachtferkeln mit positiven Tetracyclin-Rückstandsbefunden aufgefallen. Auch 2005 waren in allen 19 untersuchten Ferkelproben (jeweils Muskulatur- und Nierenproben) Tetracyclinrückstände nachweisbar.

Die EU-Verordnung 2377/90 legt für Schweine eine Rückstandshöchstmenge (MRL) an Chlortetracyclin, Doxycyclin, Oxytetracyclin und Tetracyclin von jeweils 100 µg/kg in Muskel und von 600 µg/kg in Niere fest. In 13 Ferkelproben lagen die Rückstandsgehalte zum Teil erheblich über den jeweiligen Rückstandshöchstmengen und führten somit zu einer Beanstandung. Bei den restlichen 6 Ferkelproben lagen die Rückstandsgehalte unter den jeweiligen Höchstmengen. Von den insgesamt 19 positiven Ferkelproben (Muskulatur und Niere) wurden in 8 Chlortetracyclin, in 7 Tetracyclin, jeweils in einer Probe Oxytetracyclin und Doxycyclin und in zwei Proben Tetracyclin und Chlortetracyclin nachgewiesen.

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