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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Legionellen – Gefahrenpotential und Verbreitung

Legionellen werden weltweit im Süßwasser gefunden. Ihr Vorkommen wird entscheidend von der Wassertemperatur beeinflusst. Ideale Bedingungen für die Vermehrung der Legionellen bestehen bei Temperaturen zwischen 25 °C und 55 °C – dem sogenannten Risikobereich – insbesondere an mit Wasser benetzten Oberflächen, z.B. in Rohren, Armaturen, Klimaanlagen. Ein erhöhtes Legionellenrisiko findet man besonders bei weitverzweigten, älteren und schlecht gewarteten oder auch nur zeitweilig genutzten Warmwasserleitungssystemen.

Legionellen sind gramnegative Stäbchenbakterien, die in Trinkwasserleitungen, Duschköpfen oder Klimaanlagen vorkommen können. Wenn sie mit winzigen Wassertröpfchen eingeatmet werden, können sie die Legionärskrankheit (Legionellose), eine akute Lungenentzündung oder das sog. Pontiac-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung auslösen. Dabei sind besonders Menschen der Altersgruppe über 50 Jahre gefährdet, wobei Männer mehr als doppelt so häufig durch Legionellen erkranken als Frauen. Es gibt 41 verschiedene Legionellenspezies, von denen insbesondere Legionella pneumophila von herausragender Bedeutung ist, da diese Spezies für mehr als 80% der Erkrankungen verantwortlich ist.

Seit 01.01.2003 müssen die Betreiber von Hausinstallationen, aus denen Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt wird (z.B. Krankenhäuser, Altenpflege-, Kinderbetreuungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen) im Hinblick auf Legionellen neue rechtliche Vorgaben beachten. Nach der neuen Trinkwasserverordnung sind sie verpflichtet, in den zentralen Erwärmungsanlagen ihrer Gebäude Eigenkontrolluntersuchungen auf Legionellen durchzuführen. Um diese Eigenkontrollen amtlich zu überprüfen, begann die gezielte flächenhafte Entnahme von Trinkwasserproben in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Krankenhäusern, Altenheimen, Turnhallen und Hotels. Dabei wird die Probenentnahme durch die zuständigen Gesundheitsämter durchgeführt, während die mikrobiologische Untersuchung im CVUA Karlsruhe stattfindet. Zur Anwendung kommt das vom Umweltbundesamt zur Gewährleistung der bundeseinheitlichen Vergleichbarkeit empfohlene Verfahren zum Nachweis von Legionellen in Trinkwasser und Badebeckenwasser.

Seit Beginn der Umsetzung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2003 steigt die Anzahl der am CVUA Karlsruhe auf Legionellen zu untersuchenden Proben jährlich an. Während 2003 235 Proben vorgelegt wurden, trat im Jahr 2004 eine Verdopplung der Probenzahl auf 529 Proben ein. 2005 war ein weiterer Anstieg der Legionellenproben auf insgesamt 867 Proben zu verzeichnen.

Bei den mikrobiologischen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass in ca. 50% der Proben Legionellen nachweisbar waren. Dabei dominierte der Nachweis von Legionella pneumophila, während andere Legionellenspezies nur vereinzelt festgestellt wurden. Die hohe Zahl der legionellenpositiven Trinkwasserproben zeigt, wie wichtig die Überprüfung der Hausinstallationen durch die amtliche Überwachung für den Schutz der Gesundheit des Verbrauchers ist. (vgl. auch CVUA Karlsruhe Jahresbericht 2003 Nr. 3.4.2)

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