Furan in Kaffee wurde erstmals chemisch 1938 nachgewiesen. Der Stoff mit einem Siedepunkt von 32 °C ist sehr flüchtig und weist einen etherartigen Geruch auf. In Lebensmitteln kann Furan beim Erhitzen von Kohlenhydraten entstehen bei der sogenannten Maillard-Reaktion. Eventuell spielen auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei der Entstehung eine Rolle. Besonders hoch sind die Gehalte, wenn Lebensmittel geröstet z.B. Kaffeebohnen oder in „geschlossenen Systemen” wie etwa bei Babygläschen erhitzt werden.
Über Ergebnisse zu Furangehalten in Kaffee und Kaffeegetränken wurde bereits im Jahresbericht 2004 ausführlich berichtet. Demzufolge wiesen geröstete Kaffeebohnen durchschnittlich 4660 µg/kg, Kaffeeaufgüsse zwischen 18 und 88 µg/L Furan auf.

2005 wurde der Schwerpunkt auf Babynahrung und Bier gelegt.
2005 wurden 80 Erzeugnisse aus dieser Produktgruppe untersucht. Wie aus dem Diagramm ersichtlich ist, zeigen Baby-Gläschen mit einem Gemüseanteil mit maximal 59 µg/kg die höchsten Furangehalte. Bei Verzehr eines solchen Gläschens mit 200 g Inhalt nimmt ein Baby etwa 12 µg Furan auf. In Anbetracht des geringen Körpergewichtes ist damit die Ausschöpfung einer täglichen zulässigen Aufnahmemenge deutlich schneller erreicht. Brei-, Obst- und Getränkegläschen zeigten mit Furangehalten zwischen einem und 20 µg/kg geringere Gehalte.
Insgesamt wurden 54 Biere auf Furan untersucht. Bei den insgesamt niedrigen Gehalten zeigte sich ein geringfügiger Unterschied zwischen hellen und dunklen Biersorten. Während helle Biere im Mittel 3,2 µg/kg Furan enthielten, wurden in dunklen Bieren 7,4 µg/kg ermittelt.

Dass Furan auch in weiteren Lebensmitteln vorkommt, konnte an umfangreichen Untersuchungen gezeigt werden. So wurde in Knäckebrot 38 µg/kg, in Birnen-Apfelkraut 22 µg/kg (n=2), in Knabbergebäck 10 µg/kg (n=3), in Pflaumenmus 5 µg/kg (n=5) und in Brot und Pumpernickel 3 µg/kg (n=3) festgestellt. In den untersuchten Proben Tee (n=7), Colagetränk (n=1) und Kaffeesahne (n=1) wurde kein Furan festgestellt.
Von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) ist noch keine Risikobewertung erfolgt. Die europäischen Mitgliedstaaten erheben derzeit weitere Analysendaten über Furangehalte in verschiedenen Lebensmitteln, um eine statistisch abgesicherte Verbraucherbelastung zu ermitteln. Als Basis für die Bewertung dient auch die NTP-Studie, derzufolge Furan im Tierversuch krebserregend eingestuft wurde. Dabei wurde ein "No Effect Level" (NOEL) im Fütterungsversuch bei Mäusen von 2 mg/kg Körpergewicht ermittelt. Bei einer üblichen Vorgehensweise könnte unter Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors von 1000 eine täglich zulässige Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake, ADI) von 2 µg Furan je kg Körpergewicht abgeleitet werden. Für einen durchschnittlichen Erwachsenen mit 70 kg Körpergewicht läge die zulässige tägliche Furan-Aufnahme dann bei 140 µg, für ein sechs Kilogramm schweres Baby bei 12µg.
Nach den bisherigen Untersuchungen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht von einer akuten Gesundheitsgefahr auszugehen. Im Sinne des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes ist aber eine Minimierung der Gehalte vor allem in Babynahrung sinnvoll.
©2003−2005 CVUA KA
Impressum •
Untersuchungsämter BW
•