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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

SEM in Babynahrung

Semicarbazid (SEM) gehört chemisch zu den Hydrazinen und ist Marker-Metabolit des Nitrofurans Nitrofurazon. Nitrofurane sind antimikrobiell wirksame Stoffe, die ein kanzerogenes und mutagenes Potential besitzen und deren Anwendung in Tierarzneimitteln europaweit verboten ist. Nach derzeitigem Kenntnisstand scheint Semicarbazid nur eine geringe kanzerogene Aktivität aufzuweisen.

Der metabolische Abbau von Nitrofurazon ist aber nicht der einzige Weg, der zur Kontamination von Lebensmitteln mit Semicarbazid führt. Eine weitere Quelle von Semicarbazid ist die Substanz Azodicarbonamid (ADA), ein Treibmittel, das bei der Herstellung von PVC-Dichtungsmassen für Metalldeckel verwendet wird. Semicarbazid entsteht in der Deckeldichtung während des Aufschäumungsprozesses und migriert anschließend in das Lebensmittel.

Im Jahre 2004 hat das CVUA Karlsruhe im Rahmen eines nationalen Untersuchungsprogrammes in Gläsern abgefüllte Babynahrung und die dazugehörigen Deckeldichtungen (Twist off) auf Semicarbazid analysiert. Von den 28 Proben ließen sich in den Deckeln bei zwölf Proben keine oder nur nicht bestimmbare Spuren und bei 17 Deckeln Semicarbazid in Konzentrationen von 67 bis 3270 µg/kg nachweisen. In den dazugehörigen Proben aus den Lebensmitteln ergaben sich in 15 Proben keine bestimmbaren SEM-Rückstände und in den restlichen 13 Proben ließen sich übergegangene SEM-Rückstände von 7 bis 46 µg/kg nachweisen.

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