Zur Untersuchung kamen 10 Proben zu je 5 Packungen (50 Proben) gekochte und verzehrsfertige Garnelen. In keiner der untersuchten Proben konnte Vibrio parahaemolyticus nachgewiesen werden.
Vibrionen gehören zur Bakterienflora der Meere weltweit. Sie kommen im freien Wasser, im Sediment oder assoziiert an Plankton, Seefisch und Krusten- und Schalentieren vor. Sie sind damit natürliche Kontaminanten von rohen Meeresfrüchten. Durch Erhitzen werden sie schnell abgetötet. Der Nachweis von Vibrionen in gegarten Garnelen kann somit auf eine nicht ausreichende Erhitzung oder Rekontamination durch Kontakt mit rohen Meeresfrüchten oder Meerwasser hinweisen.
Eine Infektion mit Vibro parahaemolyticus führt zu einer akuten Magen-Darmentzündung, die eventuell mit blutigem Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergeht und in der Regel von alleine wieder abklingt. Weniger häufige aber typische Symptome sind auch Erbrechen, Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Vibrio parahaemolyticus wurde auch aus Wunden sowie Augen- und Ohrinfektionen isoliert. Zum ersten Mal wurde Vibrio parahaemolyticus 1951 in Japan bei der Untersuchung eines Ausbruchs meeresfrüchtesassoziierter Magen-Darmentzündungen isoliert. Es war in den sechziger Jahren in Japan für 70 Prozent aller Magen-Darmentzündungen verantwortlich. In den USA trat der erste Fall 1971 nach dem Verzehr nicht ausreichend erhitzter Krabben auf. Seither kam es immer wieder zu Ausbrüchen in Nordamerika, vor allem nach Verzehr roher Austern, die entlang der Pazifikküste geerntet wurden.
Angesichts des weltweiten Tourismus haben sich auch in Europa Verzehrsgewohnheiten verbreitet bei den Fisch, Muscheln und Fischereiprodukte halbgar oder roh genossen werden. Der Anteil an älteren und immungeschwächten und damit gefährdeten Menschen hat zugenommen. Bekannte Infektionen mit Vibrionen sind in Deutschland zwar rar, jedoch war in den letzten Jahren ein Anstieg vor allem der "übrigen Formen" der infektiösen Magen-Darmentzündungen, das heißt in der Gruppe, in der die Angabe über den Erreger fehlt, zu verzeichnen. Hinzu kommt die Dunkelziffer nicht gemeldeter oder nicht erkannter Infektionen.
In 3 von 5 Packungen einer Charge konnte Vibrio metschnikovii in geringer Keimzahl (unter 100 KbE/g) nachgewiesen werden. Bei dieser Charge handelte es sich um offene Ware, die gekühlt gelagert wurde. Bei allen anderen Proben handelte es sich um Tiefkühlware in Fertigpackungen.
Vibrio metschnikovii ist im Gegensatz zu allen anderen Vibrionenarten Oxidase-negativ und wird häufig in Umweltproben (Flusswasser, Abwasser), und auch in Krusten- und Schalentieren aber nur selten in Proben von Patienten nachgewiesen. Der erste Nachweis beim Menschen gelang aus einer Blutkultur einer 82 Jahre alten Frau mit Peritonitis und Gallenblasenentzündung.
Vibrio metschnikovii wurde auch aus Urinproben und nicht heilenden Wunden (Ulcera) isoliert. Bei einem Cholera-Überwachungsprogramm in Peru fand man es bei fünf Kindern mit Durchfall.
In einer Probe Thunfisch-Sushi wurde Vibrio fluvialis in geringer Keimzahl (unter 150 KbE/g) nachgewiesen. Fischmuskelfleisch ist normalerweise frei von Vibrio fluvialis. Durch unsachgemäße Handhabung beim Zerlegen des Thunfisches und Lagern des Thunfischfleisches bzw. des Sushis kann es zu Kreuzkontaminationen mit Vibrionen von rohen Garnelen sowie Fischen, die natürlicherweise mit Vibrionen kontaminiert sein können, auf das Sushi kommen.
Vibrio fluvialis wurde 1975 erstmals als Auslöser einer Durchfallerkrankung identifiziert. Die größte Serie von einer solchen Infektion gab es in Bangladesh, bei der 500 Patienten betroffen waren. Die Hälfte davon waren Kinder. Die Patienten litten unter zumeist blutigen und schmerzhaften Durchfällen und Erbrechen, die zu Dehydratation (Austrocknung) und zum Teil Fieber führten. Vibrio fluvialis ist biochemisch Aeromonas hydrophila sehr ähnlich. Eine Differenzierung ist jedoch aufgrund des Wachstums bei 6% NaCl und der Sensitivität gegenüber dem Vibriostatikum O/129 möglich.
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