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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Erfrischungsgetränke aus dem Zapfhahn − keine „reine Freude”

Frisch gepresste Säfte und offen angebotene Erfrischungsgetränke wurden auf das Vorhandensein von hygienisch relevanten Mikroorganismen geprüft − mit teilweise bedenklich stimmenden Ergebnissen.

Wir konsumieren sie täglich in der Mensa oder Kantine, beim Einkaufen in der Fußgängerzone oder auf dem Wochenmarkt: alkoholfreie Erfrischungsgetränke und frischgepresste Obstsäfte. Doch werden diese Produkte wirklich so frisch angeboten, wie es ihr Name suggeriert?

Erfrischungsgetränke werden in großen Kartuschen angeliefert und befinden sich zu diesem Zeitpunkt mikrobiologisch gesehen in einem einwandfreien Zustand: von Natur aus sehr sauer, sind sie nahezu keimfrei. Das ändert sich jedoch, sobald sie in Kontakt mit der Zapfanlage kommen: nicht sachgerecht oder zu selten gereinigte/desinfizierte Schläuche und Anschlüsse oder auch zu lange Standzeiten führen zu raschen Veränderungen. Die Getränke weisen plötzlich Tausende von Verderbniserregern auf, die sich besonders gut an das saure Milieu anpassen konnten. Hier sind vor allem Hefen und Schimmelpilze zu nennen, deren Stoffwechselprodukte mit steigender Zahl rasch zu geruchlichen und geschmacklichen Veränderungen führen.

Die untersuchten Proben wiesen zwar noch keine gravierenden sensorischen Veränderungen auf, jedoch war ein Drittel von ihnen so stark mit Keimen belastet, dass sie vom hygienischen Standpunkt her als nicht mehr akzeptabel beurteilt werden mussten. Sehr viel schlechter sah es bei den sogenannten frisch gepressten Säften aus: 80% der Proben mussten wegen Hefen- und Schimmelpilznachweises als hygienisch mangelhaft beanstandet werden, und in 20% aller Fälle waren Escherichia-coli-Keime mengenmäßig nachweisbar. Der Nachweis dieses Keims, eines Kommensalen des Dickdarms von Warmblütern, gilt als Indikator für eine stattgefundene fäkale Verunreinigung. Mangelhafte persönliche Hygiene, oft in Verbindung mit der Verwendung nicht mehr einwandfreien Obstes sowie mangelnde Kühlung (Marktstände!) sind häufige Ursachen.

Unser Fazit: Für die rasche flüssige Vitaminzufuhr kann der Verbraucher auch selbst sorgen. Aus wirklich frischem Obst. Und mit sauberen Händen.

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