Die oft geringe pharmazeutische Qualität von Anabolika des Schwarzmarktes, die von Mindergehalten der Wirkstoffe bis zu größeren Mengen an toxikologisch relevanten Abbau- und Nebenprodukten reichen kann, ist keine neue Erkenntnis und sollte sich auch in der Doping-Szene mittlerweile herumgesprochen haben. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Arzneimittel, die teilweise sogar in kleinen illegalen Labors („Untergrundlabors“ oder „Waschküchenlabor“) hergestellt werden, immer noch ihre Abnehmer finden. Nur den Muskelaufbau im Blick, scheinen die Käufer dieser Schwarzmarkt-Anabolika das erhebliche Gesundheitsrisiko, welches von diesen Präparaten ausgeht, zu unterschätzen. Die Beschaffung von Dopingmitteln (sogar bis in den Breitensport) findet vorwiegend außerhalb der legalen Vertriebswege statt, d.h. über oft zweifelhafte Anbieter im Internet oder direkt im Sportstudio. Von sechs Millionen Fitnessstudiobesuchern in Deutschland nimmt gemäß der „Tübinger Studie“* aus dem Jahr 2006 nahezu jeder siebte anabole androgene Steroide ein oder hat diese schon einmal eingenommen. Es wird somit von mehr als 800 000 Anabolikakonsumenten ausgegangen.

Nach dem im 2007 in Kraft getretenen „Anti-Doping-Gesetz“ ist nicht nur der Handel mit Dopingmitteln, sondern auch der Besitz von „nicht geringen Mengen“ strafbar. Es bleibt abzuwarten, ob das „Anti-Doping-Gesetz“ in der Lage ist, die Dopingproblematik zu entschärfen.
*aus: H. Sürmann, Arzneimittelkriminalität - ein Wachstumsmarkt? Veröffentlichung des Bundeskriminalamtes im Luchterhand-Verlag
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