Bei einer vom Zoll eingesandten Probenserie hat das CVUA Karlsruhe außer verschiedenen Anabolika auch die Fälschung des Arzneimittels „CIALIS®“ nachweisen können. CIALIS® ist ein in Deutschland zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel der Firma Lilly mit dem Wirkstoff Tadalafil, welches bei Erektionsstörungen eingesetzt wird. Dieses verschreibungspflichtige Arzneimittel sollte unbedingt nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, da es bei Patienten mit Herzkrankheiten und besonders für solche, die mit Nitraten behandelt werden, gefährlich werden kann. Durch die Anwendung diese Arzneimittels kann es zu einem starkem Blutdruckabfall kommen, der bei Patienten mit Herzerkrankungen lebensbedrohlich sein kann.
Das Original-CIALIS® Arzneimittel der Firma Lilly wird nur in Form von Filmtabletten mit 10 mg und 20 mg des Wirkstoffes Tadalafil angeboten. Im Gegensatz dazu war die Darreichungsform der vom Zoll eingesandten „CIALIS“-Probe Kapseln, die laut Etikett 30 mg des Wirkstoffes Tadalafil enthalten sollten. Die Untersuchungen des CVUA Karlsruhe ergaben jedoch, dass die Zollprobe ca. 47 mg Tadalafil pro Kapsel enthielt, somit gut 50% mehr, als auf dem Etikett angegeben. Aufgrund der offensichtlichen Unterschiede zum Original Darreichungsform, Verpackung, Wirkstoffgehalt) wurde die vermeintliche Cialis-Probe als Arzneimittelfälschung nach § 8 (1) 1a AMG beurteilt.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind ca. 8% der weltweit gehandelten Medikamente gefälscht. Bisher waren gefälschte Arzneimittel hauptsächlich ein Problem der Entwicklungsländer, dort liegt der Anteil der gefälschten Arzneimittel bei bis zu 25%. Das Internet hat für Kriminelle inzwischen Tür und Tor auch zu den regulierten Märkten der Industriestaaten geöffnet. Die WHO verbreitet Zahlen, wonach jedes zehnte Medikament, das weltweit per Versand verschickt wird, eine Fälschung ist. Anscheinend nehmen auch in Deutschland Medikamentenfälschungen zu, insbesondere auf dem Markt der verschreibungspflichtigen „Lifestyle-Produkte“. Alles, was schön, stark und potent macht, möchte man haben, allerdings ohne das dafür notwendige Rezept. Also bestellt man sich die Mittel im Internet, bei Adressen, die nicht nach einer ärztlichen Verordnung fragen. Hier boomen die Arzneimittelfälschungen. Ein weiterer lohnender Markt für Fälscher ist die Fitness- und Bodybuilderszene. Für anabole Steroide wird auf dem Schwarzmarkt ein Mehrfaches des eigentlichen Preises bezahlt. Der kriminelle Handel mit Arzneimittelfälschungen ist ein lukrativer Markt.
Das Bundesgesundheitsamt hat in Zusammenarbeit mit dem Europarat ein Informationsblatt (pdf, 103 KB) entwickelt, das dem Verbraucher helfen soll, seriöse Informationsquellen und Internetangebote zu erkennen und nutzen.
©2003−2005 CVUA KA
Impressum •
Untersuchungsämter BW
•