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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Morphin – nach wie vor der Goldstandard in der Schmerztherapie starker und stärkster Schmerzen

Vor ca. 200 Jahren wurde mit Morphin der bedeutendste Inhaltsstoff von Opium gefunden. Der Apothekergehilfe Friedrich Wilhelm Sertürner analysierte 1804 in Paderborn das Opium und isolierte daraus das wirksame Prinzip. Noch heute gilt in der Therapie starker Schmerzen Morphin als der Goldstandard.

Morphin wirkt durch Angriff auf verschiedene Ebenen des Zentralnervensystems analgetisch. Die Wirkungen, die durch Morphin ausgelöst werden, sind neben der Schmerzlinderung auch eine Euphorie, also ein gesteigertes Glücksgefühl, welches die Angst und Bedrücktheit vermindert, die häufig von Patienten mit starken akuten Schmerzen empfunden wird. Von Patienten mit chronischen Schmerzen wird die euphorisierende Wirkung des Morphins dagegen eher weniger bemerkt. Zusätzlich wirkt Morphin beruhigend und schlaffördernd. Für die Behandlung von starken Schmerzen sind die beschriebenen zusätzlichen Wirkungen von Morphin vorteilhaft, sie beinhalten aber auch ein Risiko der Abhängigkeit.

Bei der Behandlung von chronischen Schmerzen haben sich Retardarzneimittel als vorteilhaft erwiesen, weil damit eine möglichst gleichbleibende Konzentration von schmerzstillenden Wirkstoffen im Blut erreicht werden kann.

Herkömmliche Tabletten dagegen setzen ihre Inhaltsstoffe auf einmal frei, wodurch es zunächst zu einem starkem Anstieg der Wirkstoffe über den therapeutisch nötigen Wirkstoffspiegel im Blut hinaus kommt. Durch den Abbau der Substanzen kommt es dann jedoch wieder zu einem Absinken der Wirkstoffkonzentration im Blut, wobei je nach Dosierungsintervall die Wirkstoffkonzentration auch unter die therapeutisch notwendige Schwelle fallen kann.

Mit Retardarzneimitteln können Konzentrationsschwankungen, sowie Über- oder Unterdosierungen weitgehend vermieden werden, wodurch Patienten mit chronischen Schmerzen im Idealfall dauerhaft ausreichend mit schmerzstillenden Wirkstoffen versorgt werden. Im Jahre 2005 hat das CVUA Karlsruhe eine Reihe von retardierten Morphinpräparaten untersucht. Allen untersuchten Arzneimitteln konnte eine sehr gute Qualität bescheinigt werden.

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