Was für den „Normalbürger” wohl eher abstoßend wirkt, scheint andere Kreise magisch anzuziehen: die Chemikalien Isoamyl- und Isobutylnitrit mit ihrem markanten Geruch nach „Sechs-Wochen-Socken”. Während diese leicht flüchtigen Geruchsstoffe die Nasen der meisten Bürger wohl eher peinigen, wirken sie bei anderen sexuell stimulierend, so dass sie im Rotlichtmilieu als Schnüffelstoffe zur „Anregung” eingesetzt werden. Ähnlich wie viele sogenannten „organische Nitrate” (z.B. Isosorbitmono- oder -dinitrat), die wegen ihrer durchblutungsfördernden Wirkung arzneilich eingesetzt werden, sorgen auch diese Schnüffelstoffe für eine bessere Durchblutung und Gefäßerweiterung entsprechender Körperteile. Aber auch hier gibt es keinen Genuss ohne Reue: die in der chemischen Industrie eingesetzten Stoffe haben erhebliche Nebenwirkungen, z.B. durch Erweiterung der Hirngefäße (Kopfschmerzen bis hin zum Atemstillstand) oder durch ihre ätzenden Eigenschaften mit entsprechender Gefahr für Augen und Schleimhäute. Werden diese Substanzen zur missbräuchlichen Verwendung als Sexualstimulans gehandelt, kann der Handel rechtlich gesehen als illegales „In Verkehr bringen” nach dem Arzneimittelgesetz geahndet werden − dort wird es als Straftat geführt.
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