Da insbesondere bei Krebserkrankungen im fortgeschrittenem Stadium je nach Krebsart die Schulmedizin auch heute noch häufig an ihre Grenzen stößt, sehen manche Patienten − aber offenbar auch einige Ärzte − ihr Heil nur noch in der Hinwendung zu alternativen Therapien.
Da dieser Begriff nirgends eindeutig definiert ist, tummelt sich auf diesem Gebiet auch manches Erzeugnis mit zweifelhafter Zusammensetzung oder eher fragwürdigen Inhaltsstoffen. Nicht immer ist die Wirkung ausreichend belegt, selbst weitere Schädigungen sind in Einzelfällen nicht völlig auszuschließen. Gelegentlich ist es auch schon sehr schwierig, eine ausreichende pharmazeutische Qualität oder die Identität festzustellen Eine grüne Flüssigkeit (Injektionslösung) sollte auf „alternativer Basis durch ein modifiziertes Chlorophyll” wirken. Erstaunlicherweise war bei dem von einer Klinik einer Kurstadt aus den USA importierten Erzeugnis selbst den behandelnden Ärzten die genaue Zusammensetzung nicht bekannt. Die Untersuchung ergab, dass in dem Erzeugnis neben Chlorophyll-artigen Verbindungen auch Restlösungsmittel (Aceton) und nicht deklarierte, pharmakologisch wirksame Mengen des starken Schmerzmittels „Tramadol” vorhanden waren. Insoweit war die schmerzlindernde Wirkung des Produktes einfach erklärbar, eine tatsächliche Wirkung gegen Krebs erschien aufgrund der Zusammensetzung aber eher fragwürdig.
©2003−2005 CVUA KA
Impressum •
Untersuchungsämter BW
•